Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie. Eine qualitative Inhaltsanalyse der Berichte von betroffenen Personen und Zeug:innen. Es wurden 4 Täterinnentypen und ihre Strategien herausgearbeitet: die sadistische Täterin, die vermittelnde Täterin, die parentifizierende Täterin und die instruierende Täterin.
Z.B. Die parentifizierende Täterin:
Auffällig an der parentifizierenden Täterin als Typus sind die sexuelle Desensibilisierung des Kindes durch Gespräche sowie das Integrieren der sexuellen Übergriffe in alltägliche Situationen. Dies suggeriert dem Kind, dass der sexuelle Missbrauch als etwas Normales zu betrachten ist, „es sei toll, wenn da Luft drankäme, und so bammelte alles immer schön herum, ‚stell dich nicht an, ist doch ganz natürlich!‘“. Beispiele hierfür sind das unerwartete in den Schritt des Kindes fassen und dabei lachen, das Anprobieren von Kleidern und Einholen der Meinung des betroffenen Kindes sowie das Mitteilen von sexuellen Wünschen, Fantasien und Einzelheiten des eigenen Sexlebens. So erzählt die parentifizierende Täterin dem Kind beispielsweise, an welchen Orten sie bereits Sex hatte, Sex haben will, oder für welche Person sie Gefühle empfindet.
Das Kind fungiert für die parentifizierende Täterin als (sexueller) Partnerersatz.
Da das betroffene Kind für sie einen (sexuellen) Partnerersatz darstellt, werden auch Konflikte mit dem Kindsvater vor bzw. mit dem Kind thematisiert. Somit wird der andere Elternteil diffamiert, und die parentifizierende Täterin versucht, eine Art Bündnis mit dem Kind zu schließen, wodurch eine starke emotionale Verstrickung entsteht. Weiterhin desensibilisiert sie das Kind, indem sie sexuelle Themen anspricht und diskutiert.
Typen und Strategien von Täterinnen bei sexuellem Kindesmissbrauch
Vertrauen schützt nicht vor Missbrauch. Im Gegenteil: Missbrauchssituationen beruhen auf einem sorgfältig aufgebauten Vertrauensverhältnis zwischen Täter und Kind.
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Tabuthema: Auch Frauen missbrauchen Kinder
Pädophile Frauen: Ein gesellschaftliches Tabu-Thema, über das Wissen fehlt. In einem Online-Forschungsprojekt wurden betroffene Kinder und Jugendliche, sowie Frauen mit sexuellem Interesse an Kindern befragt. Die Ergebnisse haben methodische Schwächen, sind aber dennoch wichtig für Aufklärung und Prävention.
Sexuelle Gewalt an Kindern: Wann Frauen Täterinnen werden | MDR.DE
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Sexueller Kindesmissbrauch durch Frauen